Unser Corps

Die Neusser Schützenlust (kurz NSL) wurde 1864 als Schützengesellschaft Freischütz gegründet. Doch das festordnende Comitee – wie es damals noch hieß – tat sich schwer, Neugründungen in das bestehende Regiment aufzunehmen. So löste sich die Gesellschaft im Jahre 1868 auf, gründete sich sofort als Gesellschaft Schützenlust aufs Neue und erhielt noch im gleichen Jahr die Erlaubnis, als Extrakorps am heimatstädtischen Fest teilzunehmen.

Vieles aus dieser Gründerzeit der NSL liegt im Dunkeln. Überliefert ist, dass im alten Jahrhundert zwei Könige aus den Reihen des neuen Corps kamen: Wilhelm Schneider(1875/76) und Karl Laufs (1897/98). Letzterer errang bereits zwei Jahre später erneut die höchste Würde, diesmal jedoch als Aktiver in den Reihen der St. Hubertus Schützengesellschaft, die 1899 durch ehemalige Mitglieder der Gesellschaft Schützenlust gegründet worden war.

Bis 1925 lag der 1. Vorsitz bei einem Hauptmann; der seinerzeit populärste war Theodor Lambertz(Hauptmann von 1913 – 1928). Zwar zog die Schützenlust 1926 erstmals unter Führung eines berittenen Majors „d’r Maat erop“, doch Lambertz Tod im August 1929 – wenige Tage vor Schützenfest – überlebte die Gesellschaft nicht: 1930 versank sie im Dornröschenschlaf.

Einen Neuanfang wagten 1950 die neugegründeten Züge Jung KKV und Rheingold: Unter Führung von Hauptmann Theo Mainz nahmen diese erstmals 1951 als Gesellschaft Schützenlust 1950 am Schützenfest teil. Bereits 1953 ritt mit Carl-Arthur Boetticher der Schützenlust wieder ein Major voran.

Ihm folgte von 1959 bis 1969 Theo Mainz, dessen Nachfolge 1970 Dr. Hanns Küppers antrat. 1974 wählte die Schützenlust den langjährigen Adjutanten (seit 1960) Dr. Hans-Reiner Hoffmann zu ihrem Major. Unter ihm wurde 1975 der 25. Jahrestag der Wiederbegründung gefeiert und – in Rückbesinnung auf die Wurzeln der „Ur-Schützenlust“ – der Name in Neusser Schützenlust 1864/1950 geändert; mit 400 Schützen in 25 Zügen war man ohnehin der Gesellschaft längst entwachsen. Dr. Hoffmann verstarb im Juli 1976, zu seinem Nachfolger wählte das Corps 1977 Herbert Meis. Von schwerer Krankheit gezeichnet schied dieser 1988 aus dem Amt.

So hoben die Mitglieder der Schützenlust 1989 den langjährigen Hauptmann Jochem Dammer(Hauptmann seit 1968; 1976 und 1988 kommissarischer Corpsführer) in den Sattel. Im selben Jahr feierte die zwischenzeitlich auf 58 Züge und 872 Mitglieder angewachsene Schützenlust ihr 125-jähriges Bestehen. Auf der Mitgliederversammlung im März 2000 nahm Jochem Dammer seinen Abschied; dem neuen Major Herbert Geyr hat er eine bestens bestellte Schützenlust von 1.155 Marschierern übergeben.